Welcher 360°-Rundgang passt zu dir?
Es gibt verschiedene Arten von virtuellen Rundgängen und 3D-Rundgängen. Wir erklären dir die Unterschiede zwischen klassischen 360-Grad-Rundgängen, Matterport und Google Street View – damit du die richtige Wahl triffst.
Wenn du einen virtuellen Rundgang oder einen 360°-Rundgang für dein Geschäft, deine Immobilie oder dein Projekt brauchst, hast du mehrere Optionen. Jede hat Vor- und Nachteile – und die Unterschiede sind größer, als viele denken.
Die wichtigsten Fragen sind: Wem gehört der Rundgang? Was kostet es? Wie lange hält es? Und wie gut ist die Bildqualität? Lass uns das durchgehen.
Die drei Hauptvarianten
Klassischer 360°-Rundgang (DSLM-basiert)
Mit einer hochwertigen Kamera (z.B. Sony Alpha 7R IV) werden Panorama-Fotos gemacht und zu einem interaktiven 360-Grad-Rundgang zusammengesetzt. Die Rundgänge laufen auf eigenen Servern.
Wie funktioniert das?
Der Fotograf macht mit einer DSLM-Kamera Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln, näht diese Bilder digital zusammen und erstellt daraus einen interaktiven 360°-Rundgang. Dieser wird auf den eigenen Servern gehostet – entweder auf deinen Servern oder denen des Anbieters, aber du kontrollierst alles.
Vorteile
- Du besitzt den kompletten 360°-Rundgang – alle Dateien gehören dir
- Extrem hohe Bildqualität (bis zu 61 Megapixel pro Aufnahme)
- Volle Kontrolle über das Hosting – DSGVO-konform auf deutschen Servern möglich
- Keine laufenden Kosten – Einmalzahlung, fertig
- Du kannst den Rundgang jederzeit ändern, erweitern oder anpassen
- Einzelne Räume können später hinzugefügt werden
- Animierbare Panoramen möglich (z.B. mit Hotspots, Videos, Musik)
Nachteile
- Etwas teurer in der Anschaffung (aber dafür keine Abo-Kosten)
- Erstellung dauert länger als bei automatisierten Systemen
- Benötigt einen erfahrenen Fotografen für gute Ergebnisse
- Wenn du es selbst hosten willst, brauchst du technisches Know-how
Typisch: 2.000–10.000 € einmalig (je nach Größe und Komplexität). Danach keine laufenden Kosten.
100% Eigentum – alle Dateien und Rohdaten gehören dir
Immobilienmakler, Industrie/KRITIS (Datenschutz!), Museen, Hotels, Agenturen, wer Unabhängigkeit und Langzeitverfügbarkeit braucht
Ein Makler kauft einen klassischen 360°-Rundgang für sein Immobilienportal. Der Rundgang läuft auf seinen eigenen Servern und kostet nach der Erstellung nichts mehr.
Google Street View Rundgang
Dein Rundgang wird auf Google Maps und Google Street View veröffentlicht – kostenlos sichtbar für Millionen von Nutzern. Google hostet die Daten.
Wie funktioniert das?
Der Fotograf erstellt einen 360°-Rundgang (oft klassisch oder mit Matterport) und veröffentlicht ihn auf Google Street View. Jeder kann ihn dann auf Google Maps und in der Google Street View App sehen. Google hostet die Daten auf seinen Servern.
Vorteile
- Riesige Reichweite – dein Rundgang ist auf Google Maps sichtbar
- Kostenlos für die Veröffentlichung
- Sehr gut für SEO und lokale Suchmaschinen-Rankings
- Potenzielle Kunden finden dich direkt auf Google Maps
- Professioneller Eindruck
Nachteile
- Google kontrolliert die Plattform – Google kann Regeln ändern
- Deine Daten liegen auf Google-Servern (USA)
- Du kannst den Rundgang nicht einfach offline nehmen
- Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten (Google bestimmt das Design)
- Abhängigkeit von Google – wenn Google die Funktion einstellt, ist dein Rundgang weg
- Datenschutz: Google trackt Besucher
Kostenlos (wenn du einen Fotografen bezahlst, der den Rundgang erstellt)
Du besitzt den Rundgang nicht wirklich – Google hostet ihn und kann die Bedingungen ändern
Lokale Unternehmen (Restaurants, Hotels, Läden), die auf Google Maps gefunden werden wollen. Gut als Ergänzung zu anderen Lösungen.
Ein Restaurant veröffentlicht einen Street View Rundgang. Kunden können auf Google Maps direkt sehen, wie es innen aussieht.
Matterport 3D-Rundgang
Mit einer speziellen 3D-Kamera werden automatisch 3D-Modelle erstellt. Matterport hostet alles in der Cloud – du zahlst monatlich.
Wie funktioniert das?
Der Fotograf nutzt eine Matterport Pro-Kamera (eine spezielle 3D-Kamera), die automatisch 3D-Scans macht. Die Daten werden hochgeladen und landen in der Matterport-Cloud. Du zahlst monatlich für das Hosting und kannst den Rundgang über Matterport-Server abrufen.
Vorteile
- Automatisiert – keine manuelle Bearbeitung nötig
- Beeindruckende 3D-Visualisierung
- Einfach zu bedienen
- Integriert mit vielen Immobilien-Portalen
- Gute Messungsfunktionen (für Architektur/Vermessung)
Nachteile
- Du besitzt den Rundgang NICHT – Matterport tut das
- Monatliche Kosten (14–355 € pro Monat, je nach Plan)
- Wenn du aufhörst zu zahlen, ist dein Rundgang weg
- Deine Daten liegen auf US-Servern (Matterport Inc., Amazon AWS)
- Datenschutz-Probleme für DSGVO-kritische Branchen
- Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten
- Abhängigkeit von Matterport – wenn die Firma Preise erhöht oder Funktionen streicht, musst du mitziehen
- Bildqualität: 16K-Panoramen, aber nicht so hochwertig wie professionelle DSLM-Aufnahmen
Starter: 14 €/Mo, Pro: 69 €/Mo, Business: 355 €/Mo (Jahresabos günstiger). Das läppert sich: 69 € × 12 Monate = 828 € pro Jahr!
0% Eigentum – Matterport besitzt alles. Du darfst es nur nutzen, solange du zahlst.
Immobilienmakler, die schnell viele Objekte erfassen wollen. Gut für Standardfälle, aber nicht für Datenschutz-kritische Anwendungen.
Ein Makler erstellt mit Matterport schnell 50 Immobilien-Rundgänge. Die Kosten: 50 × 69 € = 3.450 € pro Monat! Nach 5 Jahren hat er 207.000 € bezahlt – und besitzt nichts davon.
Schnellvergleich
| Kriterium | Klassisch (DSLM) | Google Street View | Matterport |
|---|---|---|---|
| Bildqualität | Sehr hoch (61 MP) | Hoch | Gut (16K) |
| Eigentum | 100% dir | Nein (Google) | Nein (Matterport) |
| Laufende Kosten | Keine | Keine | Ja (14–355 €/Mo) |
| Einmalkosten | 2.000–10.000 € | Kostenlos* | Kostenlos* |
| Hosting | Deine Wahl | Google (USA) | Matterport (USA) |
| DSGVO-sicher | Ja | Nein | Nein |
| Langzeitverfügbarkeit | Sicher | Abhängig von Google | Abhängig von Matterport |
| Anpassbar | Ja, jederzeit | Begrenzt | Begrenzt |
* Kostenlos für die Plattform, aber du zahlst dem Fotografen für die Erstellung
Was ist die beste Wahl?
Wenn dir Unabhängigkeit wichtig ist: Geh mit klassischen 360°-Rundgängen. Du zahlst einmal, besitzt alles und bist nicht abhängig von einer Plattform. Perfekt für Immobilien, Industrie und alles, wo Datenschutz wichtig ist.
Wenn du auf Google Maps gefunden werden willst: Google Street View ist kostenlos und bringt dich auf die Google-Karten. Aber nutze es als Ergänzung, nicht als Hauptlösung – deine Daten liegen bei Google.
Wenn du schnell viele Objekte erfassen willst: Matterport ist einfach und automatisiert. Aber rechne mit laufenden Kosten und akzeptiere, dass du den Rundgang nicht besitzt. Nach 5 Jahren hast du 50.000 € bezahlt – und nichts davon gehört dir.
Noch Fragen zu 360°-Rundgängen?
Erzähl uns von deinem Projekt. Wir helfen dir, die richtige Lösung zu finden.